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Band I - Heft 6 - Juni 2001 |
15. Juni 2001 |
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Nach konsequenter Suche fand die
Frau den Hund - |
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15. Juni 2001, Richfield, Ohio, USA
Ich hab immer gedacht, dass der grösste und melancholischste Moment der griechischen Mythologie das Ende von Odysseus zwanzigjähriger Reise ist. Odysseus kommt nach dem blutigen trojanischen Krieg nach Hause und muss feststellen, dass in seiner Abwesenheit sein Palast von gierigen Opportunisten überrannt worden ist, die ihn für tot halten. Als Bettler verkleidet, betritt Odysseus den Palast und mischt sich unter die Bösewichte. Er sieht so elend und verändert aus, dass niemand ihn erkennt, nicht einmal seine Frau oder Sohn. Aber als er über den Hof geht, wird ein sehr alter Hund, der sich schon nicht mehr aufrichten kann, auf den Fremden aufmerksam und spitzt seine Ohren. Es ist Argus, der treue Freund von Odysseus.
Am Mittwoch fand eine ähnliche „verloren-und-wiedergefunden“-Geschichte ihr Ende, obwohl diese nicht zwanzig Jahre gedauert hatte. Nach acht Jahren Suche und entschiedener Absage an Hoffnungslosigkeit hatte Denise Tuttle endlich wieder ihren weissen Schäferhund Jake bei sich. Frau Tuttle erinnert sich noch gut an den 7. Juli 1993, als Jake mit einem anderen Hund hinter einem Kaninchen herrannte. Duchess kam auf Anruf zurück, aber Jake lief einfach weiter. Das war das letzte, was Frau Tuttle von ihrem einjährigen Jake sah. |
Nur er weiss, welch unglaubliche Abenteuer und Reisen er während seiner
achtjährigen Odyssee erlebt hat. Aber in der Zwischenzeit hatte Mrs.
Tuttle nie die Suche nach ihm aufgegeben. Dabei hielt sie sich an
bewährte Standardmethoden: Sie rief alle Tierasyle, Tierärzte,
Polizeistationen und Strassenbaufirmen im Umkreis von 50 Meilen an - und
gab nicht auf. Im Rahmen dieser Aktivitäten lernte die entschlossene
Frau Organisationen und Rettungsgruppen kennen, die alle ein Netzwerk
von Kontakten in der Gemeinschaft von Hundeliebhabern pflegen. Dies lief
über Jahre. Dann endlich erhielt sie letzte Woche einen Anruf, dass ein
neun Jahre alter Schäferhund ein neues Zuhause brauche, da die Frau,
die ihn zwei Jahre lang bei sich gehabt hatte, ihn abgeben wolle. Davor
war das Tier offensichtlich sechs Jahre lang bei einem Mann gewesen.
Komischerweise war der Name des Hundes Jake, was Frau Tuttle vermuten
liess, dass derjenige, der den Hund gefunden hatte, ihn wohl auf den
Anschlagpostern und Flugzetteln erkannte hatte, ihn aber nicht hatte
zurückgeben wollen. Als Frau Tuttle sich für weitere Einzelheiten
interessierte, wurde alles klar: Daten und Beschreibungen passten
perfekt. Aber natürlich ist sie nicht Argus! Menschen sind einfach
nicht so talentiert wie Hunde, Gesichter in Erinnerung zu behalten und
wiederzuerkennen. Allerdings gab es zwei besondere Merkmale: einen
schiefen Zahn und ein „Tintenfleck“-Geburtsmal auf der Zunge des
Hundes. Beides war da.
„Ich hab geweint wie ein Idiot, als ich ihn sah“, sagte sie, „und er hörte nicht auf, mein Gesicht abzulecken.“ Aber natürlich ist sie kein Argus; das Erinnerungsvermögen von Menschen funktioniert einfach nicht so gut. §§§ Ähnliche Artikel über verlorene Hunde Sheltie Dog Returns Home After 24 Days, 80 Miles |
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