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Band I - Heft 6 - Juni 2001 |
17. Juni 2001 |
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Ein abgestürzter Vogel und drei gierige Katzen... |
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17. Juni 2001
....da denkt man natürlich gleich an eine drohende Tragödie. Aber keine Angst. Penny war da, um die dramatische Situation in die Pfote zu nehmen. Nachdem der vorwitzige Vogel aus seinem Nest unter dem hohen Dachgiebel gefallen war, fand er sich mitten in einem Garten wieder, in dem drei Hunde und drei Katzen leben. Als das Unglück passierte, waren die Katzen glücklicherweise gerade dabei, sich in dem bisschen Sonne zu aalen, mit der Belgien sich im letzten Mai zufrieden geben musste. Und noch besser: auch die Hunde sonnten sich, und zwar gerade am Landeplatz des verwirrten kleinen Vogels. Alle drei schnüffelten zwar recht interessiert, aber es war Penny, eine ältliche Malteser-Dame, die sich entschloss, den Neuankömmling zu adoptieren.
Durch all die Unruhe waren auch die Katzen aus ihrem besonnten Nirwana wieder aufgetaucht und entdeckten zu ihrem Entzücken diese vom Himmel gefallene “Abwechslung”, die so ganz nach ihrem Geschmack war.
„Ihr spielt mit eurem Leben“, knurrte Penny und bedrohte ihre sich heranrobbenden Katzenfreunde mit gefletschten Zähnen. Beeindruckt zogen sich diese zurück, hielten aber weiterhin ihre gierig glühenden Augen fest auf das gefiederte Junge gerichtet. Welch Glück, dass Katzen nicht zählen können und so die Tatsache unentdeckt blieb, dass die arme alte Penny eigentlich kaum noch Zähne übrig hat, mit denen sie irgendwen bedrohen kann. Motivation und Entschlossenheit hatten ausgereicht! Der Vogel war in Sicherheit. Bewegungslos drückte er sich auf den Rasen, Augen geschlossen, Schnabel hochgereckt.
Als Helga ihre Hunde rief, erschien Penny nicht. Treu blieb sie bei dem gefiederten Ball, sogar als die Rufe wiederholt wurden. Erst als Helga kam, um nach dem Grund für Pennys Abwesenheit zu sehen, das unglückliche Baby entdeckt und es sicher in einem Käfig untergebracht hatte, gab Penny ihren Wachdienst auf und ging ins Haus - zu ihrem wohlverdienten Mittagessen. |
Die Katzen waren sauer. Sie nahmen es Penny sehr übel, dass sie ihnen eine amüsante Freizeitbeschäftigung vermasselt hatte. Aber Penny hat sehr viel Selbstbewusstsein. Sie wusste ganz genau, dass ihre schnurrbärtigen Kumpel irgendwann mit dem Maulen aufhören würden - und so war es dann auch. Und die Moral dieser Geschichte? Könnte es etwas sein wie: bei ausreichender Motivation passen Alter und Mut ganz gut zusammen? Nachsatz: Der Vogel kam schnell wieder zu sich und scheuchte Helga mit nie endenden Futterwünschen. Nach einigen Tagen wurde es deutlich schwieriger, den energischen Jüngling noch zu bändigen. Als er schliesslich mit immer stärkerem Getöse gegen die Käfigstangen krachte, brachte man ihn in ein Aufzuchtzentrum, aus dem er mittlerweile in ein langes und aufregendes Vogelleben entlassen werden konnte - das aber hoffentlich keine Begegnungen mit Katzen mehr mit sich bringt.
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