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Band I - Heft 6 - Juni 2001

 29. Juni 2001 
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Früherer Polizist wird bei Rettung eines Labradors angeschossen

29. Juni 2001, Billings, Montana, USA

Yellowstone Polizisten erreichten den Ort des Geschehens und fanden Wayne Olivo, 49, blutend am Strassenrand liegen. Zu seinen Fuessen entdeckte man ein kleines Bündel, aus dem man einen winzigen schwarzen Labrador-Welpen herauszog - unverletzt. Dieser Vorfall ereignete sich am frühen Mittwoch um ungefähr 3 Uhr morgens, wie im Bericht von Sheriff Chuck Maxwell festgehalten wurde.

Mr. Olivo fuhr auf dem Highway 312 über die den Yellowstone Fluss überquerende Huntley Brücke in westlicher Richtung, als er einen Mann neben einem auf der Brücke geparkten Lieferwagen stehen sah. Mr. Olivo hielt an. Er wollte fragen, ob er helfen könne, als er eine Frau rufen hörte : „Wirf nicht mein Baby in den Fluss!“ Mr. Olivo wurde klar, dass die beiden sich über ein Bündel stritten, das der Mann inzwischen an sich gerissen hatte. Sofort lief er auf den Mann zu und schaffte es auch, ihm das Bündel wegzuzerren, aber er hatte nicht damit gerechnet, dass dieser einen kleinen Revolver ziehen und schiessen würde. Die Kugel durchschlug die linke Hand von Mr. Olivo und drang dann in seine linke Brustseite; er wurde ohnmächtig. Als er etwas später wieder zu sich kam, rief er den Notruf. Das Paar war zwar inzwischen verschwunden, aber das Bündel lag immer noch auf dem Boden.

Gesucht wird ein Mann spanischer Herkunft, ungefähr 1.80 m gross und ca. 80 kg schwer. Als er zuletzt gesehen wurde, trug er ein ärmelloses T-Shirt und hatte auf seinen Armen zahlreiche Tätowierungen und eine tätowierte Träne an einem Auge. Die Frau ist klein mit langen, ungepflegten blonden Haaren; sie trug ein blaues Kleid und keine Schuhe. Die beiden fuhren einen hellen 1980 Ford Lieferwagen mit einem ausserstaatlichen Nummernschild und einem Ersatzreifen hinten mit der Aufschrift „El Paso, Texas”.

Jeder, der Informationen über dieses Verbrechen geben kann, wird gebeten, das Büro des Sheriffs unter 256-2929 anzurufen oder auch die Crimestoppers unter 245-6660.

Wayne Olivo war ein Polizist in Neu Mexiko, bevor er in Montana eintraf. Offensichtlich hatte er sich „Arbeit mit nach Hause genommen“, der unverbesserliche Samariter. Im Jahr 1997 hörte Mr. Olivo in einer Gasse hinter dem Kwik-Way der Grand Avenue eine Frau um Hilfe rufen, weil sie überfallen wurde. Er wies seine Frau an, den Notruf zu verständigen, und eilte dem Opfer zur Hilfe. Zwar konnte er den Angreifer zurückstossen, wurde dabei aber selbst attackiert und durch einen Messerstich in den Brustkorb verletzt. Obwohl er es trotzdem geschafft hatte, den Angreifer zu entwaffnen und am Boden festzuhalten, wurde der Superheld nun von der Frau angegriffen. Zum Schluss liefen beide weg und Mr. Olivo musste sich im St. Vincent Krankenhaus wegen seiner Fleischwunde behandeln lassen. Bei einem anderen Vorfall rannte er, wie seine Frau Kim erzählt, hinter einem Jugendlichen her, der das Auto eines Freundes aufbrach. Dieses Mal konnte er den Kriminellen zwar erwischen, ohne selbst verwundet zu werden, doch es erschienen zwei Männer auf der Szene, hielten eine Pistole an seinen Kopf und verlangten, den Jungen laufen zu lassen - was er schlauerweise auch tat. „ Ich hab ihm gesagt, dass er ab sofort die Leute sich gegenseitig umbringen lassen soll“, sagt Kim. Ob das nun ein guter Rat war oder nicht - auf jeden Fall gibt es einen kleinen schwarzen Hund, der lebt und inzwischen von einem Nothelfer adoptiert wurde - und das verdankt er diesem Helden.

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