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Band II - Heft 1 - Juli 2001 |
16. Juli 2001 |
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2008 Sommer Olympiade? Das hat uns gerade noch gefehlt! |
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16. Juli 2001, Beijing, China
“Es gibt ein altes vulkanisches
Sprichwort:
Am Freitag Nachmittag verkündete das Internationale Olympische Komitee die Entscheidung für den 2008-Sommer-Gastgeber; der Preis ging an Beijing, eine Stadt, die von Londoner Buchmachern mit 5:1 gehandelt wurde. Und wo liegt das Problem mit diesem Gewinner? Ganz einfach, das Problem ist, dass Beijing eine Vergangenheit so voll von Brutalität und politischem Despotismus hat, dass dieser Ort kaum würdig wäre zum Austragen eines Gladiatorenkampfes, von den olympischen Spielen ganz zu schweigen. Um noch zusätzliches Öl ins Feuer zu giessen, haben die Verantwortlichen Beijings in der letzten Woche auch noch stolz ihre aggressive Kampagne verkündet, alle nicht lizenzierten Hunde im Rahmen der Strassenreinigung auszurotten. Diese Massnahme soll den grossen Gott Juan Antonio Samaranch beschwichtigen, der hoch oben auf dem olympischen Berg thront. (Nebenbei bemerkt: Herr Samaranch selbst wird die Fackel heute einem noch nicht bekannten Nachfolger übergeben.) Die Initiative Beijing's hat offensichtlich Erfolg gehabt, und während einer der Hauptkonkurrenten, die Stadt Paris, eifrig Werbung machte fuer verantwortungsvolle Tierhaltung (nämlich ordentliches Haufen-Aufsammeln) wie auch high-tech Beseitigung von Tierdreck, stahl Beijing die Stimmen. Fairerweise muss gesagt werden, dass, wenn auch im IOC nur gerade über 50% für Beijing stimmten (von denen viele sich nun vor einer wütenden Öffentlichkeit verstecken), es sich hier um ganz andere Interessen handelt als ein Hunde-Massaker in letzter Minute oder auch nur eine Geschichte von Grausamkeiten Hunden gegenüber. Wie immer spielen Diplomatie, Pomp und Prestige die entscheidende Rolle. Seit Jahren schon ist Beijing isoliert wegen zahlreicher Verletzungen der Menschenrechte, Greueltaten und militärischer Tyrannei, die noch aus den schlimmen Roten Tagen stammten. Dafür klopfte man Stadt und Land jahrzehntelang auf die Finger, und China musste immer wieder peinliche Enttäuschungen im internationalen Rahmen einsammeln. Seltsam, warum nur war es vor einem Jahr noch nicht möglich, die Worte "Beijing" und "Olympiade" zu erwähnen, ohne gleichzeitig den ominösen Kommentar „US Boykott“ zu hören (sicher wird sich Moskau gut an dieses katastrophale olympische Jahr erinnern)? |
Es sieht nun allerdings so aus, als ob die
Einschränkungen aufgehoben wurden. Oder hat Beijing einfach nur lange
genug in der Ecke gestanden, so dass die IOC Planer schliesslich nicht
länger die Kandidatur einer Stadt abweisen konnten, die „Neues
Beijing. Grosse Olympiade“ versprochen hat und, noch wichtiger, $13
Million USD (fast das Dreifache von dem, was Sydney in 2000 zahlte)
ausgeben will. Aber das „Neue Beijing“ ist jetzt schon befleckt mit
dem Blut der Hunde, die in den Strassen der Stadt zu Tode geprügelt
werden. Und es sieht so aus, als ob die Welt schlicht die
eindrucksvollen Worte vergessen hat, die der Senator
Paul Wellstone am Jahrestag des Tiananmen Square Massakers
sprach:
Als ich das letzte Mal nachgesehen habe, bedeutete „Menschenwürde“ immer noch „Menschenwürde“. Da haben wir es also, das Problem. Wenn Sie all die schaurigen Einzelheiten wissen wollen, werden Sie sie bald erfahren, aber wenn Sie auch jetzt schon überzeugt sind, dann sollten wir uns nun vielleicht auf eine Lösung konzentrieren - und es gibt eine. Aber erst lassen Sie uns eine 20-Minuten-Pause machen (okay, falls Sie gerade im Büro sein sollten, reicht es auch, wenn Sie das Foto ihres Hundes streicheln - Sie haben doch sicher drei davon neben Ihren Bildschirm geklebt, richtig?) Teil 2: Glauben Sie es oder nicht, aber das IOC hat uns einen grossen Gefallen getan (wird fortgesetzt). §§§ |
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